Der Pflanzenkalender

Drei wunderbare Pflanzen im Januar

Der erste Monat im neuen Jahr sieht meistens ziemlich trübe aus … Matschwetter, Regen, Schnee und nur wenig Sonne. Doch trotz des ungemütlichen Wetters lassen sich sogar im Januar Heilpflanzen sammeln. Die Natur befindet sich zwar größtenteils noch im Winterschlaf, aber einige Kräuter können auch jetzt geerntet werden. Es macht sogar Spaß, dick eingemummelt an einem nicht ganz so dunklen Tag nach Heilpflanzen Ausschau zu halten. Sie werden staunen, was es jetzt in der Natur so alles zu entdecken gibt. Und das Beste ist, Sie werden dabei garantiert ungestört sein. Denn die wenigsten Menschen kommen im Januar auf die Idee, Kräuter zu sammeln. Auch für den Monat Januar haben wir wieder drei besondere Pflanzen für Sie ausgesucht …

  1. Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Die Brunnenkresse wird bereits seit mehreren tausend Jahren als wirksames Heilmittel geschätzt. Sowohl die europäischen Urvölker als auch die Ärzte der griechischen Antike verwendeten das Kraut zur Behandlung diverser Beschwerden. Der hohe Gehalt an Vitamin C und Glucosinolaten ist für die sehr starke Wirkung bei der Behandlung von Krebserkrankungen verantwortlich. Das starke antikarzinogene Potenzial der organischen Schwefelverbindungen hat der Brunnenkresse einen besonderen Rang unter den chemopräventiv wirkenden Phytaminen eingeräumt. Außerdem kann die Brunnenkresse für eine deutliche Ausscheidung von karzinogenen Teilen aus Tabakrauch sorgen. Des Weiteren mindert die Brunnenkresse die schädliche Wirkung von Paracetamol auf die Leber. Die Brunnenkresse wächst weltweit an sonnigen Standorten, Weideflächen und an fließenden Gewässern. Das Kraut kann ganzjährig geerntet werden.

Inhaltsstoffe:

Abbauprodukte der Glucosinolate, Senföle, Vitamin C, Vitamin A, B1, B2 und E, Jod, Eisen, Phosphor, Calcium, Bitterstoffe, Gerbstoffe sowie ätherische Öle.

Wirkung:

Antibakteriell, antikarzinogen, appetitfördernd, blutaufbauend und –reinigend, entgiftend, harntreibend, und –desinfizierend, Schutz der Leber bei Einnahme von Paracetamol, fördert den Stoffwechsel und die Wehentätigkeit.

Anwendungsgebiete:

Appetitlosigkeit, Gicht, Katarrhe der Atemwege, Reinigung von Magen, Leber und Lunge, Verdauungsbeschwerden, Vitamin-C-Mangel sowie Harnwegsentzündungen.

Nebenwirkungen:

Bei Überdosierung kann es zu Magen-Darm-Beschwerden und zu Schleimhautreizungen kommen.

Gegenanzeigen:

Geschwüre im Magen-Darm-Trakt, Nierenerkrankungen (entzündliche), in der Schwangerschaft den Arzt fragen, nicht für Kinder unter vier Jahren geeignet.

  1. Meerrettich (Armoricia rusticana)

Der Meerrettich stammt aus dem Wolga-Don-Gebiet. Seine ursprüngliche Heimat ist das Meer, wie der Name schon andeutet. Verbreitet wurde der Meerrettich durch slawische Völker, die sowohl die Heilwirkung als auch den pikanten Geschmack des Meerrettichs liebten. Gesammelt werden kann die Meerrettichwurzel vom Herbst bis zum Frühjahr des folgenden Jahres am Rand feuchter Wiesen, am Ufer von Flüssen und Bächen und natürlich auch im eigenen Garten.

Inhaltsstoffe:

Glucosinolate, Ascorbinsäure und Vitamin B1.

Wenn die Wurzel getrocknet wird, entsteht aus den Glucosinolaten durch enzymische Spaltung ein ätherisches Öl. Dies besteht aus Allylsenföl und Phenylsenföl.

Wirkung:

Antimikrobiell, antimutagen, antoxidativ, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, fungistatisch, antiviral und antiproliferativ (krebszellhemmend).

Anwendungsgebiete:

Grippale Infekte, Katarrhre der Atem- und Harnwege, Muskelschmerzen (äußerliche Verwendung), Magenkrämpfe, nervöse Beschwerden, Sinusitis, Tonsilitis und Rheuma.

Nebenwirkungen:

Bei einer Überdosierung können die Haut und die Schleimhäute gereizt werden und es kann auch zu Magen- und Darmbeschwerden kommen.

Gegenanzeigen:

Nicht bei Babys und Kindern unter vier Jahren anwenden.

Nicht bei Geschwüren im Magen- und Darmtrakt anwenden.

Nicht bei Erkrankungen der Nieren anwenden.

Wissenschaftliche Studien ergaben, dass eine Kombination von Meerrettich und Kapuzinerkresse bei folgenden Krankheiten und Beschwerden eine heilende Wirkung gezeigt hat:

Candida albicans, Escherichia coli, Haemophilus influenzae, Klebsiella pneumoniae, Moraxella catarrhalis, Proteus vulgaris, Pseudomonas aeruginosa, Serratia marcescens, Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae und Streptococcus pyogenes.

Rezept für ein natürliches Antibiotikum aus Meerrettich und Kapuzinerkresse:

Zutaten:

  • 60 g junge Knospen und frische Blätter der Kapuzinerkresse
  • 15 g Kamilleblüten
  • 1 cm Meerrettichwurzel
  • 0,38 l 50 %igen Alkohol

Zubereitung:

Die Knospen und Blätter der Kapuzinerkresse klein schneiden. Mit den Kamillenblüten in ein Glas füllen, dann Alkohol zugießen, bis alles bedeckt ist. Meerrettichwurzel kleinschneiden und zugeben. Das Glas fest verschließen und zwei Wochen auf ein Fensterbrett stellen. Dann abseihen und die Flüssigkeit in dunkle Fläschchen gießen.

Anwendung:

Drei bis fünfmal täglich nach dem Essen 30 – 50 Tropfen einnehmen (Menge richtet sich nach der individuellen Verträglichkeit). Dauer: maximal sechs Wochen.

  1. Rohrkolben (Typha latifolia)

Rohrkolben wird bereits seit mehreren Jahrhunderten als Heilpflanze verwendet. Die Wurzel wird aufgrund ihres hohen Stärkegehalts als Aufbaukost genutzt, die Blätter wirken gegen Wurmbefall und die männlichen Blüten werden zur Behandlung von Durchfall, Abszessen und Blutungen eingesetzt. Der Breitblättrige Rohrkolben ist in vielen Gebieten der Welt zu finden: in der gemäßigten Zone der nördlichen und den tropischen und subtropischen Hemisphären (aber nicht in Zentral- und Südafrika, Südasien und Polynesien), Australien, Neuseeland, Südamerika, Hawaii-Inseln, westindische Inseln. Der Rohrkolben wächst vorzugsweise auf feuchten Böden an Seen, Sümpfen etc. Ganzjährig gesammelt werden die Wurzeln. Die jungen Blätter können im April und Mai und die männlichen Blüten im Juli und August geerntet werden. Früher wurde Rohrkolben auch als Ersatz für Zigarren verwendet.

Inhaltsstoffe:

Stärke, Proteine.

Wirkung:

Wurzeln: kräftigend

Blätter: desinfizierend, blutstillend, harntreibend, gerinnungshemmend

Blüten: blutstillend, adstringierend, wundheilend, harntreibend

Anwendungsgebiete:

Wurzeln: als Aufbaukost

Blätter: gegen Wurmbefall

Blüten: Blutungen, Durchfall, Dysmenorrhoe, Abszesse, Amenorrhoe

Gegenanzeigen:

Nicht in der Schwangerschaft verwenden.

 

 

 

 

 

 

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