Der Pflanzenkalender

Der Pflanzenkalender – drei wunderbare Pflanzen im Mai

Endlich beginnt die Natur wieder, ihre volle Pracht zu zeigen. Die vergangenen warmen Tage waren wie Balsam für die noch zart blühenden Pflanzen – die Bäume tragen nun wieder ein volles grünes Blätterkleid, die Blumen leuchten in den herrlichsten Farben und alles erscheint leichter und lebendiger. Die Vögel zwitschern und sind emsig mit dem Nestbau beschäftigt. Alles ist auf Anfang und auf Hoffen programmiert. Was gibt es nun Schöneres als ausgiebige Spaziergänge in der Natur, wobei man allerlei Schönes entdecken kann. Für Kräuterkundige ist der Mai der schönste Monat des Jahres, denn viele junge Pflanzen können nun gesammelt werden. Auch für den Monat Mai haben wir wieder drei besondere Pflanzen für Sie ausgesucht …

  1. Vogelmiere (Stellaria media)

Die Vogelmiere wird bereits seit mehreren Tausend Jahren als Heilpflanze genutzt. Bereits bei den Kelten und Germanen sowie in der griechischen Antike schätzte man die Pflanze als wirksames Stärkungsmittel nach stark belastenden Krankheiten. Auch für äußerliche Anwendungen bei Entzündungen und Wunden kam die Vogelmiere zum Einsatz. Bemerkenswert ist auch ihr hoher Gehalt an Vitamin C – die Pflanze enthält viermal mehr dieses Vitamins als Zitronen. Die Vogelmiere wächst auf frischen Böden an Weg- und Waldrändern, Wiesen sowie Feldern mit Wintergetreide. Gesammelt werden die blühenden, frischen oberirdischen Pflanzenteile von Mai bis November.

Inhaltsstoffe:

Vitamin C, Rutin, Saponine, Cumarine, Oxalsäure, Zink, Eisen und Fett.

Wirkung:

Schmerzlindernd, immunmodellierend.

Anwendungsgebiete:

Rheuma, Katarrh der Bronchien (chronisch), Hämorrhoiden, Verschleimung der Lungen sowie Vitamin-C-Mangel.

2. Ringelkraut (Mercurialis annua et perennis)

Ringelkraut ist eine der ältesten Heilpflanzen überhaupt. Der lateinische Name „Mercurialis“ leitet sich ab von Merkur, dem römischen Götterboten und dem Gott der Händler und Diebe. Merkur hat die Heilpflanze entdeckt und als erster angewandt. Da das Ringelkraut zweihäusig (weibliche und männliche Pflanzen) ist, glaubte man in der Antike, durch den Verzehr der jeweiligen Pflanze das Geschlecht eines Kindes bestimmen zu können. Wissenschaftliche Beweise für diese Annahme sind nicht vorhanden. Auch heutzutage wird die Pflanze als Heilmittel hochgeschätzt. Ringelkraut wird bei diversen Frauenleiden, zur Erleichterung bei der Geburt und auch bei Obstipation eingesetzt. Ringelkraut findet man in Europa und Vorderasien vorwiegend auf  schattigen Platzen wie Eichen-, Eschen-, Buche- und Nadelwäldern. Gesammelt wird das Kraut von April bis Oktober.

Inhaltsstoffe:

Saponine, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide, Cyanoglykoside und Hermidin.

Wirkung:

Entzündungshemmend, entkrampfend, fördert die Geburt, fördert die Menstruation, harntreibend, galleanregend.

 Anwendungsgebiete:

Menstruationsbeschwerden, Rheumatische Beschwerden, Amenorrhöe, zur Entwässerung, Obstipation, Verdauungsbeschwerden.

Nebenwirkungen:

Achtung!

Frisches Ringelkraut ist toxisch!

Deshalb nur getrocknetes Kraut verwenden!

Hermidin ist ein Farbstoff, daher kann es zu einer Rotfärbung des Urins kommen.

Gegenanzeigen:

Schwangerschaft, Gallensteine, Niereninsuffizienz.

  1. Fichte (Picea abies)

Die Fichte galt in früheren Kulturen als Schutz- und Heilpflanze und wurde dementsprechend verehrt. Eine Annahme war, dass Fichten in der Lage seien, Beschwerden von Menschen zu übernehmen. Primär bei rheumatischen Erkrankungen und Atemwegsentzündungen wurde die Fichte bemüht. Fichten sind in Nord- und Mitteleuropa und in Asien verbreitet, wo sie besonders im kalten Kontinental- und Gebirgsklima gedeihen. Gesammelt werden die jungen Maitriebe von März bis Mai und die Fichtennadelspitzen sowie das Harz von Juni bis August.

Inhaltsstoffe:

Fichtennadelöl:

Limonen, Bornylacetat, Camphen, Mono- und Sesquiterpene, Alpha-Pinen.

Fichtennadelspitzen:

Flavonoide, ätherisches Öl, Chinasäure, Wachs, Vitamin C.

Wirkung:

Fichtennadelöl:

Antimykotisch, antibakteriell, durchblutungsfördernd, sekretolytisch, baut Stresshoemone ab.

Fichtennadelspitzen:

Durchblutungsfördernd, antibakteriell, sekretolytisch

Anwendungsgebiete:

Fichtennadelöl:

Atemwegserkrankungen, rheumatische Beschwerden, Neuralgien.

Fichtennadelspitzen:

Katarrhe der Atemwege, Muskel- und Nervenschmerzen, Tubertkulose, Skorbut.

Nebenwirkungen:

Fichtennadelöl:

Eventuell Verstärkung von Bronchiospasmen, Haut- und Schleimhautreizungen.

Fichtennadelspitzen:

Keine bekannt.

Gegenanzeigen:

Fichtennadelöl:

Asthma, Keuchhusten.

Fichtennadelspitzen:

Keine bekannt.

 

 

Eine Idee zu “Der Pflanzenkalender

  1. Anne-Marie sagt:

    Diese Pflanzkalender beobachte ich schon von Anfang an. Ich finden es Klasse, dass diese Informationen hier mitgeliefert werde.

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