Der Pflanzenkalender

Der Pflanzenkalender – drei wunderbare Pflanzen im Februar

Im Februar mag noch vereinzelt Schnee liegen, aber die Natur ist schon fast in Frühlingsstimmung. Der Winter verabschiedet sich langsam aber sicher und Blumen und Kräuter beginnen, ihre ersten Fühler auszustrecken. Ist es nicht herrlich, wenn die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und man den herannahenden Frühling schon fast riechen kann? Es ist jedes Jahr dasselbe, obwohl die ersten Pflanzen immer früher zu kommen scheinen. Ist das Einbildung oder liegt das am Klimawandel?

Heilpflanzen kann man zum Glück das ganze Jahr über sammeln, und es macht einfach Spaß, Kräuter zu finden und daraus Tees, Tinkturen o. ä. zu zaubern. Frauen, die sich gut mit der Heilkraft von Kräutern auskennen, werden zwar lapidar als Kräuterhexen bezeichnet, aber mit Hexerei oder Zauberei hat die Pflanzenheilkunde nichts zu tun, sondern mit Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.  Auch für den Monat Februar haben wir wieder drei besondere Pflanzen für Sie ausgesucht …

  1. Quecke (Agropyron repens L.)

Die Quecke gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und sieht eher unscheinbar aus. Doch ihre Heilkraft wird bereits seit dem ersten Jahrhundert hochgeschätzt. Besonders bei Blasenleiden galt die Heilpflanze als das Mittel erster Wahl. Ihre starke entzündungshemmende Wirkung, die mit einer Standard-Gluccorticoid-Creme gleichzusetzen ist, wurde in neueren Studien nachgewiesen.  Auch für ihren positiven Effekt bei einem zu hohen Cholesterin- und Blutzuckerspiegel ist die Heilpflanze bekannt. Die Quecke wächst an Wegrändern, auf Äckern und in Gartenanlagen und kann dort von Ende Februar bis April und von September bis November gesammelt werden.

 

 

Inhaltsstoffe:

Wasserlösliche Polysaccaride (Polyfructan, Tricicin), Schleimstoffe, Zuckeralkohole (Mannitol, Insitol), Kieselsäure, Silicate, ätherisches Öl und p-Hydroxyzimtsäurealkylester

Wirkung:

Bakteriostatisch, cholesterinsenkend, blutzuckersenkend, harntreibend, entzündungshemmend

Anwendungsgebiete:

Bronchitis, Entzündungen der ableitenden Harnwege, Diabetes, Prostataadenom (gutartig), Reizblase und zur Nierengrieß-Prophylaxe

Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen sind nicht bekannt.

  1. Narzisse, Gelbe (Narcissus pseudonarcissus)

Die Narzisse gehört zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Sie ist nicht nur eine hübsche Frühlingsblume, sondern auch eine wirkungsvolle Heilpflanze. Sie zählt zu den giftigen Pflanzen und sollte deshalb nur von sehr geübten Heilern verwendet werden. Rund um die mystische Bedeutung der Narzisse ist in der Literatur so einiges zu finden … Narcissos, ein griechischer Jüngling, war sehr schön und er sollte nur ein langes, unbeschwertes Leben haben, wenn er seine eigene Schönheit nicht erkennen würde. Dies sagte der Seher Teiresias voraus. Aufgrund seiner Attraktivität wurde er sowohl von Jünglingen als auch von Mädchen angehimmelt. Narcissos jedoch widerstand allen Versuchungen, wobei die wunderschöne Nymphe Echo diese Verschmähung nicht ertragen konnte und vor Kummer immer dünner wurde, bis nur noch ihre Stimme übrigblieb. Zur Strafe wurde Narcissos mit einer nicht enden wollenden Liebe zu sich selbst bedacht. Diese Eigenliebe wurde ihm zum Verhängnis, als er sich selbst in einem Brunnen erblickte und in sein eigenes Spiegelbild verliebte. Bei dem Versuch, sein Spiegelbild zu umarmen, fiel er in den Brunnen und ertrank. Als er starb, verwandelten ihn die Götter in die schöne Blume, die daraufhin nach ihm benannt worden ist. Die Gelbe Narzisse war ursprünglich im westlichen Mitteleuropa und in Westeuropa verbreitet. Heutzutage ist die Pflanze durch Kultivierung an vielen Orten zu finden. Der Standort ist halbschattig bis sonnig auf feuchter, nährstoffreicher Erde. Die Zwiebel kann vor der Blüte  von Februar bis Anfang März und die Blüten von März bis Mai gesammelt werden.

Inhaltsstoffe:

Alkaloide (z.B. Narcissin, Lycorin), Bitterstoffe, Inulin und Helenien

Wirkung:

Antineoplastisch, beruhigend, krampflösend, erhöht die Acetylcholinkonzentration im synaptischen Spalt, löst Erbrechen aus

Anwendungsgebiete:

Alzheimer, Asthma, zur äußeren Anwendung bei Geschwüren, Brechmittel, führt zu Schleimhautreizungen (Bronchien)

Nebenwirkungen:

Bereits in kleinen Mengen können die Alkaloide Erbrechen, Würgereiz, Diarrhoe, Benommenheit, Lähmungserscheinungen und einen Kollaps auslösen. Große Mengen  führen zur Atemlähmung und zum Tod.

Beim Berühren der Pflanzensäfte, besonders in Verbindung mit Sonnenwärme und Schweiß, kann es zu einer so genannten Narzissen-Dermatitis kommen.

  1. Holunder (Sambucus nigra)

Der Holunder gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Die Pflanze wird bereits seit vielen Tausend Jahren als natürliches Heilmittel bei diversen Beschwerden und Krankheiten eingesetzt, wobei alle Teile der Pflanze genutzt werden können. Fieber, Erkältungen, Frauenleiden und Obstipation sind nur einige der möglichen Anwendungsgebiete

In der Mythologie galt Holunder als Sitz der Schutzgeister und als Lieblingspflanze der germanischen Göttin Holla (bekannt aus dem Grimmschen Märchen Frau Holle).

Holunderbüsche wachsen an Wald- und Wegrändern, in Parkanlagen und auf Schuttplätzen. Die Sammelzeit der Rinden ist im Februar und März und im Oktober und November. Die Wurzel kann von Februar bis November, die Blätter im Mai, die Blüten im Juni und Juli und die Früchte von September bis Oktober geerntet werden.

Inhaltsstoffe:

Rinde und Wurzel:

Triterpene, Gerbstoffe und ätherische Öle

Blätter und Blüten:

Ätherisches Öl, Triterpene, Sterole,Flavonoide und Hydrozimtsäurederivate (z. B. Cumar-, Kaffee- und Ferulasäure)

Beeren:

Flavonoide, ätherisches Öl, Anthocyane, cyanogene Glycoside, Vitamin C, B2 und Folsäure, Kalium

Wirkung:

Rinde und Wurzel:

Harntreibend, steigert den Milchfluss bei Stillenden, gegen rheumatische Beschwerden

Blätter und Blüten:

Antibakteriell, entzündungshemmend, hustenstillend, schweiß- und harntreibend, Blätter wirken antidepressiv

Beeren:

Antibakteriell, antiviral, antioxidativ, immunmodulierend, entzündungshemmend

Anwendungsgebiete:

Rinde und Wurzeln:

Rheuma, Beschwerden der ableitenden Harnwege, Milchstau bei Wöchnerinnen

Blätter und Blüten:

(Fieberhafte) Erkältungen, Husten, Schnupfen, Grippe, Fieber, Kehlkopfentzündung, äußerlich bei Entzündungen und Schwellungen (Kräuterkissenauflage)

Beeren:

Kopfschmerzen, Grippe, zur Harnausscheidung, (fieberhafte) Erkältungen, Obstipation, Trigeminusneuralgie und Zahnschmerzen

Nebenwirkungen:

Abführend beim Verzehr zu großer Mengen, rohe Beeren können zum Erbrechen führen.

2 Idee über “Der Pflanzenkalender

  1. Heike sagt:

    Das finde ich schön, das man noch vor einer Bestellung ausreichend Informationen bekommt und man sie sich nicht selbst aufwendig suchen muss. Danke.

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