Natürliche, effektive Hautpflege mit Naturschwämmen

Ohne meine Schwiegermutter würde ich wohl noch heute unfreiwillig auf meinen Naturschwamm verzichten. Sie schenkte mir die Hälfte ihres großen, neuen, mit Stolz erworbenen Prachtstückes zum Probieren. Heute kommt meine persönliche Gesichts- und Körperpflege ohne nicht mehr aus. Dabei hält so ein qualitativ hochwertiger Naturschwamm ewig und hat mir schon manche Wattepads und Eingangsservietten erspart.

Kleines Naturschwamm-ABC

Bei den Naturschwämmen, so habe ich gelernt, unterscheidet man verschiedene Rohmaterialen. Der feinporige Levantiner ist fest und mit seinen feinen Poren bestens zur Gesichtsreinigung geeignet. Er nimmt Schmutz, Make-Up-Reste und Fett auch ohne Reinigungsmilch oder Gesichtswasser gründlich auf. Er wird in kleineren Größen auch gern als Menstruationsschwämmchen verwendet, der sich als tolle, nachhaltige Alternative zu Tampons oder Slipeinlagen anbietet. Außerdem ist er bei Aquarellmalern beliebt. Der Levantiner-Naturschwamm nimmt Farben einfach auf, während sich das Auftragen auf die Malfläche einfach steuern lässt. Darüber hinaus lassen sich mit einem Levantinerschwamm beim Malen mit Aquarellfarben tolle Effekte erzielen.

Der großporige Honeycomb-Naturschwamm dagegen macht bei der Körperpflege eine besonders gute Figur. Er ist weich, reißfest und damit lange haltbar zugleich. Er nimmt aufgrund seiner Struktur beim Bad oder in der Dusche besonders viel Wasser auf und macht das Waschen auch für empfindliche Personen sehr angenehm. Welche Wohltat, zum ersten Mal mit einem Honeycomb-Schwamm zu baden! Meine Schwiegermutter wusste wohl genau, wie sehr mich ihr Geschenk verwöhnen würde. Wer allerdings einen Peeling-Effekt erwartet, wird enttäuscht: Weich und sanft behandelt der Schwamm die Haut, ohne zu reizen. Er eignet sich sogar für Allergiker und Babies.

Bei Sisalblumen verrät der Name den Stoff, aus dem die hübschen blumenförmigen Schwämme gebunden sind. Während mancher Sisal vielleicht vor allem mit kratzenden Teppichen verbindet, nutzen Schwämme, aber auch Massagehandschuhe und -bürsten, genau diese Eigenschaft für die Hautpflege aus: Sie reinigen die Haut und verleiht langsamen Bewegungen einen sanften Peeling-Effekt – ganz ohne zusätzliche Substanzen.

Wo kommt ein Naturschwamm her?

Naturschwämme stammen aus dem Meer. Tatsächlich treten sie überall auf der Welt auf, wo sie oft auch mit Korallen verwechselt werden. Hochwertige Naturschwämme, die sich am besten zum Baden und zur Hautpflege eignen, werden vor allem im Mittelmeer, im Ägäischen oder im Roten Meer geerntet. Biologen sind zu der Erkenntnis gelangt, dass Naturschwämme – auch wenn sie sich wie Pflanzen versorgen – wissenschaftlich als einfache, mehrzellige Tiere einzuordnen sind. Sie sind mit anderen festen Organismen oder Gesteinen verbunden und bleiben ihr Leben lang an der gleichen Stelle. Naturschwämme nehmen Meerwasser in ihren Hohlräumen auf und entziehen ihm kleinste Teile als Nahrung. Beschnittene Naturschwämme regenerieren sich schnell und ohne Hilfe von außen.

 

 

Sisalfasern für die Sisalblumen hingegen stammen aus der Sisal-Agave, einer Pflanze aus der Familie der Agavengewächse. Sie wächst in tropischen und subtropischen Regionen. Aus ihren Blättern werden die harten und groben Sisalfasern gewonnen. Sie sind relativ kurz und dick und lassen sich deshalb nicht spinnen. Aus diesem Grund werden sie in Faserbündeln verarbeitet. Bei der Ernte werden nur einige Blätter der Pflanze abgeschnitten und weiterverarbeitet. Aus den zurückgebliebenen Blättern wachsen weitere, sodass auch die Ernte des nächsten Jahres gesichert ist.

Aus der Natur und für die Umwelt

Sowohl Naturschwämme als auch Blumen aus Sisalfasern sind reine Naturprodukte. Sie werden in den Regionen ihres natürlichen Vorkommens geerntet. Naturschwämme wie der Levantiner oder Honeycomb erfordern überhaupt keine Weiterverarbeitung und können direkt für die Körperpflege verwendet werden. Sisalfasern werden in Bündeln gesponnen und der gewebte, grobe Stoff schließlich zur Schwammblume gebunden. Damit ist der Einsatz von Chemikalien und Wasser minimal. Darüber hinaus ist vor allem die Ernte von Naturschwämmen in den meisten Fällen in den Händen lokaler Familien, die davon über Generationen hinweg ihren Lebensunterhalt bestreiten. Letztlich ist die Haltbarkeit beider Naturprodukte sehr hoch und erlaubt deshalb einen enormen Grad an Wiederverwendbarkeit. Sowohl die Naturschwämme aus dem Meer wie auch der Sisal aus der Landwirtschaft punktet auf vielerlei Art und Weise bei den verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit.

Der halbe, herrliche Honeycomb-Schwamm meiner Schwiegermutter liegt übrigens noch immer auf der Badezimmerablage und ist mein täglicher Begleiter – und wird wohl auch noch viele Jahre überdauern.

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