Das war’s mit 2017, auf ein Neues meine Lieben!

Wow, was für ein Jahr, was für eine Schnelligkeit, ich kann es kaum fassen.

Ich kann es kaum fassen, das dieses Jahr so schnell vergangen ist aber ich bin glücklich, wenn ich zurücksehe. Wenngleich es auch bei mir Wermutstropfen gab, die mich manchmal traurig zurückließen. Aber darüber möchte ich heute nicht schreiben, denn diese Wermutstropfen sind auch wichtig, wichtig für jeden von uns. Sie bewahren uns vor Höhenflüge und erden uns, wann immer das nötig ist.

Jedenfalls ist es bei mir so.

Ein Wermutstropfen, der uns alle angeht, denen wir uns exemplarisch nicht verschließen sollten, ist eine Meldung von gestern.

Bali, eine Trauminsel die ich eigentlich mal besuchen wollte, hat den Notstand ausgerufen. Den Notstand wegen Abfall am Strand. Das macht mich wütend, das macht mich traurig, das macht mich hilflos.

So hilflos.

Am Kuta-Strand werden täglich 100 Tonnen Abfall angespült. Bali, das beobachte ich seit Jahren, kämpft schon sehr lange, diesen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen den Müll. Derzeit werden jeden Tag 35 Lastwagen voll mit Müll eingesammelt, das beschäftigt knapp 700 Menschen. Eine fragwürdige Beschäftigung, zumal die Lösung so einfach wäre.

Aber was ist schon einfach auf dieser Welt.

Die Inselgruppe beherbergt 255 Millionen Menschen, die essen und leben wollen. Das ist deren Berechtigung, wie es auch unsere Berechtigung ist. Jährlich werden in dieser Region knapp 1,29 Millionen Tonnen Müll ins Meer geworfen. Verstehe diesen Kreislauf wer will, ich jedenfalls verstehe ihn nicht. Auf der einen Seite wird der Müll ins Meer geworfen, sicher nicht nur einfach so, sondern im großen Stil und auf der anderen Seite wird dann ein Bruchteil wieder herausgefischt.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt bricht auseinander und niemand kann sagen, wie es morgen aussieht.

Denn woanders ist es nicht besser, Fehler werden wiederholt. Schaut Euch mal den Strand von Mumbai an, einfach furchtbar, wie Müll übersäht dieser Strand ist und es gibt keine Hoffnung auf Besserung. Wie auch, denn wir Europäer sind nicht besser. Auch wir haben in den 1950er, 60er, 70er und 80er Jahren aus Ermangelung eines Endlagers radioaktive Abfälle im Meer entsorgt, uns also dieser Sorgen entledigt – nur holen sie uns schneller ein, als uns das lieb ist. Verklappung hieß das früher so schön. Da liegen alleine im Ärmelkanal knapp 28.000 Fässer mit radioaktiven Abfällen, viele bereits zerborsten – weil man die billigsten der billigen Fässer verwendet hat.

Aber ist das heute anders, wird heute nichts mehr durch uns im Meer entsorgt. Wohl nicht, schaut Euch mal die Rohre an, die von La Hague in Frankreich ins Meer und von Sellafield in die Irische See führen. Heute wird nur weniger spektakulär entsorgt aber immer noch Millionen von Litern und das täglich. Augenscheinlich geht man davon aus, dass das Meer mit seiner schieren Größe die Gifte soweit verdünnt, das sie weniger gefährlich für uns sind.

Das Problem ist nur, alle um uns herum denken ebenso. Denken, naja das bisschen wird wohl nicht schaden, wird uns nicht betreffen. Das aber ist eine Milchmädchenrechnung, jeden Tag wird es mehr und es werden die Fehler von früher wiederholt.

Ungeachtet der Folgen.

Ach so, wer jetzt denkt das ihn das nicht betrifft. Lasst mal Euer Blut auf Bisphenol A (BPA) untersuchen und Ihr werdet erschrecken. Wir sind alle bereits plastiniert. Und wer die Nadel scheut, der kann auch seinen Urin untersuchen lassen. Auch darin werden Eure Ärzte etwas finden…und es wird mehr.

Beispiele gefällig?! Hier, für die die es nicht wahrhaben wollen:

Traurige Erfahrung 1:

Im zurückliegenden Jahr 2017 strandete ein Cuvier-Schnabelwal an der norwegischen Küste. Seine Nekropsie ergab: 30 Plastiktüten, mehrere Plastikteile und unter anderem Bonbon-Plastikhüllen.

Traurige Erfahrung 2:

In den Mägen der im Jahr 2016 in Deutschland gestrandeten Pottwale wurden im Rahmen einer Nekropsie große Mengen Plastikmüll gefunden, darunter Netze aus der Krabbenfischerei, Teile eines Plastikeimers und die Plastikabdeckung eines Autos.

Traurige Erfahrung 3:

Im Jahr 2002 wurde ein Zwergwal an der Küste Frankreichs gefunden. In seinem Magen wurden 800 g Plastik gefunden, darunter zwei Plastiktüten aus einem englischen Supermarkt.

Traurige Erfahrung 4:

Im Jahr 1997 wurde an der Küste von Neuschottland ein gestrandeter Schweinswal gefunden. Eine Nekropsie ergab, dass sich in seiner Speiseröhre zwar Nahrung befand, aber Magen und Därme leer waren. Eine genauere Untersuchung ergab, dass ein Stück Plastik den Zugang zum Magen blockiert hatte, so dass der Schweinswal schlichtweg verhungert war.

Traurige Erfahrung 5:

Im Magen eines Pottwals entdeckten Wissenschaftler 17 Kilogramm Plastikmüll – insgesamt 59 verschiedene Teile. Darunter waren neben Plastiktüten beispielsweise auch ein Gartenschlauch, Kleiderbügel oder Teile einer Matratze. Das bedauernswerte Lebewesen wurde in Südspanien angeschwemmt.

Es ist schon erstaunlich, wie eine Umweltkatastrophe (siehe Bali) ein ganzes Jahr diskreditieren kann.

Wieder ein verlorenes Jahr für die Umwelt, obwohl doch immer mehr Menschen etwas dagegen tun, sich dagegen auflehnen und anders leben als zuvor. Das lässt mich hoffen und hoffnungsfroh ins Jahr 2018 blicken. Mögen sich noch mehr Menschen einem plastikfreien oder zu mindestens plastikreduziertem Leben anschließen.

Ich werde in 2018 mit meinem Margreblue-Team wieder einige Tage in einer Almazaras verbringen und dort aushelfen. Wir haben in Andalusien eine tolle Familie gefunden, die ihre Olivenhaine wie vor 100 Jahren bewirtschaftet und das schmeckt man am Ende des Tages auch. Für mich immer eine gute Zeit mich und auch mein direktes Umfeld zu sensibilisieren. Wir arbeiten tagsüber gemeinsam und genießen am Ende eines langen Tages die Früchte unserer Arbeit. Das ist einfach nur schön und lässt uns den Blick für das Wesentliche behalten, die Natur mit all ihrer Schönheit, mit all ihren Facetten. Nachts schlafen wir in der Scheune, die die Familie liebevoll für uns vorbereitet. Zurück zur Natur, denn sie ist so unendlich schön.

Ich freue mich auf das vor uns liegende neue Jahr und bedanke mich bei allen Wegbegleitern für die liebevolle Unterstützung im Jahr 2017.

Ohne Euch wäre ich nie so weit gekommen, hätte es nie so weit gebracht.

Nehmt es bitte als meine ganz persönliche Liebeserklärung an Euch.

Denkt mit Eurem Herzen – Entdeckt das Blaue in Euch

Eure

Alex

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