Plötzlich Mama, es kommt immer anders als man denkt

Hallo Ihr Lieben.

Wenn man sein erstes Kind bekommt, dann ändert sich irgendwie alles.

Nicht nur, dass man plötzlich diese Verantwortung gegen über jemanden hat der zu 100% auf einen angewiesen ist.

Sondern auch die Sorgen ab der ersten Minute.

Ich hatte mir am Anfang eingeredet, das ich immer noch die gleiche Person bin die ja „nur“ ein Kind bekommen hat.

Das wäre ich auch gern geblieben.

 So ist es aber nicht.

Du bist nicht der gleiche Mensch wie vorher. Deine Prioritäten haben sich von jetzt auf gleich geändert. Da ist plötzlich ein Mensch der 100% auf dich angewiesen ist. Der immer auf dich angewiesen sein wird.

Der dich braucht jeden Tag.

Tag für Tag.

Ich habe angefangen es mein erstes und mein zweites Leben zu nennen.

Da ich einen Weg finden musste, mit meinem ersten Leben abzuschließen und das neue Leben zuzulassen.

Aber lest selbst.

In meinem ersten Leben habe ich in der Hotellerie gearbeitet.

Das war meine Welt.

Meine Berufung.

Es machte mir richtig Spaß jeden Tag mein Bestes zu geben. Ich wollte unseren Gästen im Hotel immer gerecht werden. Der Aufenthalt in unserem Hotel sollte etwas Besonderes für jeden einzelnen Gast sein.

Das war mein Credo.

Als ich mit meiner kleinen Löwin schwanger wurde hat sich bei mir ganz viel verändert. Mein Löwe hat einen neuen Job angeboten bekommen und war noch mehr auf Futterjagt als vorher und ich war viel mit der kleinen Löwin alleine. Das hat mir nichts ausgemacht, da ich jeder Minute meiner Elternzeit genutzt und genossen habe.

Ich bin nicht der Typ, dafür jeden Monat zu meinem Arbeitgeber zu fahren, da ich das nicht für nötig empfinde. (Als ich noch kein Kind hatte fand ich das auch irgendwie komisch, wenn meine Kolleginnen ständig mit Ihren Kindern auftauchten.)

Jetzt im Nachhinein weiß ich warum.

Bei seiner Berufswahl macht man sich doch keine Gedanken, wie es sein wird, wenn man irgendwann mal den Richtigen findet und Kinder bekommt. Bei mir war mit meiner Löwin alles anders. Der große Traum meinen Job weiter auszuüben erledigte sich schneller als ich gedacht hätte.

Lange hat mich das sehr bewegt und auch krankgemacht. Ich hatte früher nie Beschwerden mit einem nervösen Magen, wie auch immer man es nennen mag. Als ich merkte, dass das was von mir verlangt wurde nicht damit übereinstimmte, was ich vorhatte meiner kleinen Löwin zugeben. Beendete ich das alles. Ich wollte nicht wahrhaben, dass die Arbeit mich krankmachte oder besser gesagt das schlechte Gewissen meiner kleinen Löwin gegeben über. Ich konnte nicht mehr aus dem Haus gehen ohne es vorher genau zu planen, ich fühlte mich unwohl. Mir war regelmäßig übel, einfach so. Ich musste mich übergeben und konnte mich nicht mehr konzentrieren.

Irgendwann merkte ich das irgendwas passieren musste, ich ging von Arzt zu Arzt, ließ mich auf sämtlich Lebensmittelunverträglichkeiten testen. Ja man hat was gefunden aber auch nicht so, dass es eine wirkliche Erklärung gab. Da sagte meine Hausärztin, ich überweise sie an einen Psychologen. Okay dachte ich, wie soll der mir denn helfen. Ich hatte Vorurteile und zwar nicht zu knapp. Was soll ich denn da. So schlimm ist es nun ja auch nicht. Vielleicht habe ich mich auch in alles nur reingesteigert. Also beschloss ich erst einmal noch abzuwarten. Wer gesteht sich schon gerne ein, dass er zum Psychologen geht, weil was mit ihm nicht stimmt.

Früher hatte ich nie Mühe einen Job zu bekommen oder eine neue Chance. Heute mit Kind sieht das irgendwie anderes aus. Ich bewarb mich auf alles, was mir in die Finger kam. Nichts, es hagelte Absagen. Zum Vorstellungsgespräch kam es und dann hörte man nie wieder was. Ist das heute normal? Keine Absage.

Heute fast 6 Jahre später bin ich bereit darüber offen zu reden. Alles im Leben hat seinen Sinn und so war es auch mit dieser Erfahrung.

Jetzt habe ich eine tolle Familie 3 bezaubernde Kinder, alles hat sich geändert. Ich gehe meinen Weg und bin damit glücklich. Ich habe meine Zeit gebraucht um die neue Situation anzunehmen. Jetzt fühle ich mich nicht mehr schlecht, weil ich nur zu Hause bin. Ich mache so viele verschiedene andere Dinge, dass ich mehr als ausgelastet bin und mir nie langweilig ist. Gelernt habe ich daraus, das Leben so zu nehmen wie es kommt und hinter jeder dunklen Wolke schaut die Sonne auch wieder hervor.

Denkt mit Eurem Herzen – Entdecke das Blaue in Dir!

Eure Alex

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18 Idee über “Plötzlich Mama, es kommt immer anders als man denkt

  1. Yulice sagt:

    Ein wirklich sehr sehr schöner Text, mit voller Liebe geschrieben.
    Ich habe selbst kein Kind, kann mir aber ein bisschen vorstellen wie du dich gefühlt haben musst. Ich denke das “ Mama sein“ der schönste „Beruf“ ist. Und wenn es dich jetzt Glücklich macht, hast du alles richtig gemacht. Ich habe beim Lesen damit gerechnet das bald das Wort “ Psychologe “ kommt, weil du einfach diese Symptome hattest. “ Wer gesteht sich schon gerne ein, dass er zum Psychologen geht, weil was mit ihm nicht stimmt.“ Wie Wahr, das kenne ich 🙂

    Ich folge dir auf jeden fall. Hast einen Fan mehr 🙂
    Grüße Yulice

  2. Anja sagt:

    Das hast du so toll geschrieben. Ich verstehe dich voll und ganz, mir geht es ganz genauso. Ich bin mit 4 kleinen Kindern zu Hause und liebe es!

  3. Avaganza sagt:

    Meine Liebe,

    schöner Text und danke dass du mich an deinem Leben teilhaben lässt. Als Personalberaterin kenne ich die Situation am Arbeitsmarkt für Mütter. Man kann sagen was man will, aber es ist schwierig beruflich dort anzuknüpfen wo man vor den Kindern gestanden ist. Und viele meiner Kunden (meine Kunden sind Unternehmen einerseits, aber Bewerber andererseits) fragen sich dann ob sich dieser „Kampf“ auszahlt. Wenn Arbeit krank macht, stimmt etwas nicht – du hast es vollkommen richtig gemacht, dir Hilfe zu holen und dein Leben so zu gestalten, wie es dich glücklich macht.

    Liebe Grüße
    Verena

  4. nadine sagt:

    Ja, alles hat seinen Sinn im Leben – und der größte davon ist, eine Familie zu haben, jedenfalls für mich <3. Ein berührender Text, mit dem ich mich stark identifizieren kann. Vielen lieben Dank für Deine offenen Worte.

  5. Frank sagt:

    Sehr schöner Post, gefällt mir sehr gut. Ich habe selbst zwei Kinder und es ist nicht immer einfach aber immer schön!
    LG Frank

  6. Lisa sagt:

    Hallo,

    das ist ein sehr schöner Artikel! Und ja – wenn man ein Kind bekommen hat, ändert sich alles. Gerade auch die Prioritäten und Sichtweisen.
    Seit der Geburt unserer Tochter bin ich auch zu Hause und glückliche Hausfrau 🙂 Wir hatten uns bewusst dafür entschieden, allerdings habe ich auch eine gewisse Zeit gebraucht, in meinem „neuen“ Leben anzukommen.

    Liebe Grüße, Lisa

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