Der Pflanzenkalender – drei wunderbare Pflanzen im Dezember

Das Jahr neigt sich nun dem Ende entgegen. Der Focus liegt im Dezember auf Weihnachten und den ganzen liebgewonnenen Vorbereitungen. Die häufigste Frage lautet nun: „Hast Du schon alle Geschenke?“ Witzbolde antworten darauf: „Nein, die bekomme ich erst am 24. …“ Aber Spaß beiseite, der Monat ist wunderbar dafür geeignet, ein Resümee über das vergangene Jahr zu ziehen.

Was habe ich alles erreicht? Habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen? Habe ich andere Menschen glücklich gemacht? Was kann ich besser machen? Ihnen fallen sicherlich noch mehr Fragen ein. Und beim Schmücken und Backen und gemütlichem Teetrinken bei Kerzenschein kommt dann so richtige Weihnachtsstimmung auf.

Wenn Sie jetzt trotzdem noch Zeit und Muße haben, können Sie sich auch im Dezember auf Heilpflanzenjagd begeben. Sogar im letzten Monat des Jahres gibt es für Kräutersammler noch viel zu entdecken.

Der Hauptaugenmerk beim Sammeln sollte jetzt bei den Wurzeln und Rinden liegen, denn dort haben die Pflanzen ihre ganzen Kräfte gespeichert. Auch für den Monat Dezember haben wir wieder drei besondere Pflanzen für Sie ausgesucht …

  1. Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Schneeglöckchen sind bei den Völkern des Kaukasus schon seit Jahrhunderten als wirksames Heilmittel bekannt. Dort wurde sogar Kinderlähmung mit dieser Pflanze erfolgreich behandelt. Der in Schneeglöckchen enthaltene Wirkstoff Galanthamin spielt auch bei der heutigen Forschung zur Behandlung bei Alzheimer eine wesentliche Rolle. Die Pflanze wächst in Parks und Gärten. Gesammelt wird die Zwiebel vor der Blüte

Inhaltsstoffe:

Amaryllidaceen, Haemanthamin, Galanthamin, Narwedin, Nivalin, Hippeastrin, Lycorin, Nartazin und Lecitine

Wirkung:

Analgetisch, antiviral, Acetylcholinkonzentration im synaptischen Spalt wird erhöht, gegen Menstruationsstörungen.

Anwendungsgebiete:

Alzheimer, Konzentrations-, Gedächtnisstörungen, Kinderlähmung, Muskelschwäche, Neuralgien.

Nebenwirkungen (bei Überdosierung):

Übelkeit, Schweißausbrüche, Pupillenverengung, Benommenheit.

Gegenanzeigen:

Überempfindlichkeit gegen Galanthamin, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.

  1. Mistel (Viscum)

Die Mistel gilt schon seit Urzeiten als Heil- und Wunderpflanze. Bei den keltischen Druiden wurde sie als Zauberpflanze verehrt. Vielleicht ist ihr geheimnisvoller Ruf darin begründet, dass die Pflanze gegensätzlich zur Jahreszeit wächst. Im Winter erreicht sie ihre volle Frucht- und Grünzeit und sie gedeiht besonders gut auf Bäumen, die unter schwierigen Verhältnissen wachsen. Die Mistel ist ihrem Baum dabei behilflich, besser mit den Gegebenheiten zurechtzukommen.  Die Heilpflanze kann von Ende Februar bis April und im Oktober gesammelt werden. Nur während dieser Monate entfaltet die Mistel all ihre Heilkräfte. Gesammelt wird das ganze Kraut. Mistelfrüchte sind giftig und dürfen nicht verwendet werden.

Inhaltsstoffe:

Lecitine, Polysaccaride, Viscotoxine, Flavonoide, Cyclitole, Lignane und Triterpene.

Wirkung:

Blutdrucksenkend, zytostatisch, immunmodulierend.

Anwendungsgebiete:

Asthma, Arteriosklerose, Schwindel, Nervosität, Bluthochdruck, Durchfall, Epilepsie, Amenorrhoe, Erkrankungen der Gelenke, Krebs,

Nebenwirkungen (meistens nur, wenn Mistelpräparate injiziert werden):

Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Magen-Darm-Beschwerden, allergische Reaktionen sowie Kreislaufstörungen.

Gegenanzeigen:

Überempfindlichkeit gegen Eiweiß, chronisch-fortschreitende Infektionen.

  1. Isländisches Moos (Chrondrus crispus)

Isländisches Moos ist gar kein Moos, sondern die Pflanze zählt zu den Rotalgen. Der Knorpeltang, wie das Isländische Moos auch genannt wird, enthält viel Chlorophyll. Das Grün des Chlorophylls sieht man allerdings nicht auf den ersten Blick, da dieser Farbstoff durch andere Farben überdeckt wird. Isländisches Moos schimmert in verschiedenen Nuancen zwischen Leuchtendrot und Dunkelbraun. Ein wesentlicher Bestandteil der Rotalge ist Carrageen, ein Schleimstoff, der in der Volksmedizin schon lange gegen Husten sowie gegen Entzündungen des Magens und der Haut eingesetzt wird. Isländisches Moos kommt in der Nordsee, der Ostsee und den europäischen Atlantikküsten vor und kann ganzjährig gesammelt werden.

Inhaltsstoffe:

Schleimstoffe, Proteine, Farbstoffe und Mineralstoffe wie Jod und Brom.

Wirkung:

Antiviral, reizmindernd, neuroprotektiv, feuchtigkeitsspendend, wirkungshemmend von Pepsin.

Anwendungsgebiete:

Bronchitis, Husten, Entzündungen der Haut und der Augenbindehaut, Gastritis, Magengeschwüre und Durchfall.

Wechselwirkungen:

Isländisches Moos sollte erst eine Stunde nach der Einnahme von Medikamenten verwendet werden.

 

Wir wünschen Ihnen eine wunderschöne und besinnliche  Weihnachtszeit, einen guten Rutsch und einen tollen Start ins neue Jahr 2020.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.