Geld und Partnerschaft

Hallo Ihr Lieben,

das Thema Liebe und Geld, das ist ein weites Feld

(wie schon Fontane formulierte).

Meine Gedanken zur Blogparade von Klunckerchen

Blogparade: Geld und Partnerschaft

„Geld ist das größte Tabu in der Beziehung“, las ich letztens.

Das kann ich so in meiner jetzigen Beziehung, von der ich ausgehe, dass sie ein Leben lang hält, nicht sehen. Viele sehen ein Dilemma, wenn in der Liebe auch über Geld gesprochen wird, gesprochen werden muss.
Viele denken, dass wenn über Geld geredet würde, die Liebe zerstört wird. Aber hat nicht alles etwas mit Vertrauen zu tun, mit einem tiefen Vertrauen?! Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich mit meinem großen Löwen nicht über alles, wirklich alles sprechen könnte. Vice versa gilt es ebenso.
Sozialer Vergleich macht unzufrieden. Lt. dem Harvard-Professor Erzo Luttmer ist es wohl so, dass Männer, deren Partnerin deutlich mehr verdient, neigen um das Fünffache zu mehr Affären, zeigt eine seiner Studien. Offensichtlich kratzt der Unterschied im Gehalt manche Männer so sehr, dass sie sich ihrer männlichen Potenz außer Haus vergewissern müssen.
Ich hoffe jetzt mal, dass das so nicht stimmt bzw. alles in einem Verhältnis zueinander steht.

Wir jedenfalls sind frei oder vielleicht haben wir uns über die Jahre freigemacht, dass wir auf andere schielen. Ob sie mehr oder weniger als wir besitzen oder zur Verfügung haben. Natürlich erlebe ich es immer wieder in meinem Umfeld, das andere Menschen und Freunde anders als ich und mein großer Löwe reagieren. Für uns oftmals unverständlich und meistens ein Grund, sich abzuwenden. Jedenfalls ist mein großer Löwe so drauf. Ich bin da schon etwas anders und lasse auch solche Schwächen zu, weil Schwächen nun einmal zu uns Menschen gehören.

Bei uns ist es so.

Ich bin die anerkannte Familienmanagerin, wie es heute so schön heißt. Mein großer Löwe würde nie auf die Idee kommen, Anschaffungen, die ich für die Familie tätige, zu hinterfragen. Ganz im Gegenteil.
Nun gut, wir haben getrennte Konten aber jeder kennt den Kontostand des anderen und hat im Notfall auch Zugriff auf alle Details und Daten. Hier kommt die von mir beschriebene Vertrauensbasis zur Geltung.
Was soll ich für eine Ehe führen, wenn nicht einmal das Vertrauen in die alltäglichen Abläufe klar ist. Ich habe eine Kreditkarte, die vom Konto meines großen Löwen abbucht. Damit begleiche ich alles rund um die Familie und wenn diese nicht akzeptiert wird, dann kommt meine EC-Karte zum Einsatz. Abgebucht wird diese von meinem Konto. Einen möglichen Ausgleich stelle ich nicht in Frage, denn bei uns gilt: Das Geld gehört uns allen und wir sind zu einem vernünftigen Umgang mit ihm verpflichtet. Und das klappt hervorragend.

Natürlich fragt mein großer Löwe Preise bei mir ab aber nicht um mich zu kontrollieren, sondern weil für ihn alles seinen Wert hat und er Übervorteilungen nicht mag. Er würde nie auf die Idee kommen, dass er mich z. Bsp. für einen Familieneinkauf in mehrere Supermärkte oder ähnliches schicken würde. Nur, weil ich dort wenige Cent spare. Hier kommen unsere Wertvorstellungen zum Tragen, denn
freie Zeit für uns, für unsere Kinder bringt uns mehr Zufriedenheit als die Jagd nach der Einsparung, nach dem Geld.

Natürlich ist es nicht so, dass ich jeden Preis für ein Produkt zahle der aufgerufen wird, nur um Zeit zu sparen. Aber statt der Einsparung hinterherzujagen üben wir dann halt Verzicht. Wenngleich Verzicht sicher ein großes Wort ist, denn wirklich verzichten tun wir ja nicht – wir verbringen die eingesparte Zeit mit uns, mit unseren Kindern. Und mal ehrlich, wer schon einmal in die glücklichen Augen seiner Kinder geschaut hat, wenn „außer der Reihe“ eine Fahrradtour, ein Brettspiel, ja einfach ‚Mau, mau‘ gespielt wird, der weiß, dass das kein Verzicht ist. Es ist eine Prioritätenverschiebung, hin zu dem, was uns wirklich wichtig sein sollte.

Mein großer Löwe war ein Heiratsmuffel, er hätte/er wollte nie heiraten. Für ihn bedeutet Liebe auch Loyalität, und Loyalität benötigt keine Urkunde. So sein Standpunkt. Heute sagt er, dass ich ihn nur mit einem Satz überzeugt hätte. Neben seinem Wissen, dass Frau nun einmal in Weiß zum Altar geführt werden möchte. Ihm war schon klar, dass das für uns Frauen ein ganz besonderer Moment ist, der auch einen Bund schließt, den so leicht nichts trennen kann.
Irgendwann in einem unserer zahlreichen Gespräche sagte ich zu ihm, dass für mich ein Ehevertrag nie infrage käme. Ich kann doch nicht schon bei der Hochzeit an die Trennung denken, was soll das denn dann für eine Ehe werden!?

Für ihn, für den heiraten nie zur Debatte stand und der, wenn er denn geheiratet hätte, auch einen Ehevertrag geschlossen hätte. Er hatte nie mit mir darüber gesprochen, weshalb ich seine Sichtweise auf einen Ehevertrag nicht kannte. Wahrscheinlich hätte ich ihn auch mit Vertrag geheiratet, er war und ist der Richtige für mich und wir können noch nach elf Jahren händchenhaltend am Strand stehen und dem Mond zusehen, wie er sich im Wasser spiegelt.
Also dieser eine Satz von mir zeigte ihm, dass ich die Richtige bin. Auch wenn er es anderes als ich bis zu diesem Zeitpunkt für einen Mythos hielt, dass es die/den Richtige/n überhaupt gibt. Seit elf Jahren weiß er es nun besser.

Ich und auch mein großer Löwe kennen viele Paare, die sich über Geld streiten. Weshalb es auch für uns nachvollziehbar ist, möglichst nüchtern und zu Beginn einer Beziehung über Geldfragen zu sprechen. Ja, auch ein Ehevertrag kann da mehr als nützlich sein – und somit viele Streitereien später ersparen. Wer weiß das schon.

Wir haben im Laufe der Zeit sehr viel Unangenehmes in unserem Bekanntenkreis mitbekommen und auch einiges darüber gelesen. Evtl. kann ich mit diesem Beitrag etwas für Euch zusteuern.
Wir unterscheiden Beziehungen, in denen man sich ein Versprechen gibt, das die Versorgung abdeckt aber auch einen gemeinsamen Weg beschreibt, den man bereit ist zu gehen. Für mich ein Horror aber so etwas gibt es und dann sollte für Beide klar sein, wer was einbringt, wie es verteilt wird und wie Beide dazu bereit sind darüber zu verhandeln. Zugegeben, immer noch besser als zu streiten.

Dann haben wir Beziehungen entdeckt, wo es eher darum geht, dass sich gegenseitig in der persönlichen Entwicklung geholfen wird. Das der jeweilige Partner möchte, dass es dem anderen gut geht (ich dachte immer das gehört bei der Liebe zwangsläufig dazu aber ich musste mich eines Besseren belehren lassen).

Es geht dann um Partizipation.

Aber auch hierbei gibt es trennende Aspekte, die man vorher klären sollte. Das eine wird immer mit etwas anderem aufgewogen. Man teilt halt.
Schon etwas besser aber auch nichts für mich.

Bei uns in der Familie und bei mir und dem großen Löwen geht es nicht um verhandeln oder teilen.

Was sollten wir ‚verhandeln‘ oder was sollten wir ‚teilen‘?!

Die Geburt unserer Kinder haben wir uns auch nicht geteilt oder als die Kinder aus seiner Vorgängerbeziehung zu uns kamen gab es keinen Grund für mich zu ‚verhandeln‘.Es gab nur ein unverbrüchliches JA von meiner Seite, ohne nachzudenken, ohne auch nur irgendetwas in Frage zu stellen. Ich bin einfach meinem Herzen gefolgt und habe es nie bereut.

Sicher, in der Liebe gibt es trennende Momente, wenn es um Geld geht aber auch verbindende, die Liebe stabilisierende Auslegungen. Diese sollte man gemeinsam finden und sich nutzbar machen.

Bei uns geht es um ‚überlassen‘, ohne Nachfrage, ohne Brüskierung – einfach nur vertrauend.

Immerhin teilen wir ein gemeinsames Bett, haben wir eine wundervolle Familie, haben wir wundervolle gemeinsame Momente.

Also ist uns auch klar, wie wir mit diesem sehr, sehr kleinen Teil unseres Lebens umzugehen haben.

Das alles mag sich für einige romantisch-kitschig anhören, ist aber ein Garant für ein glückliches Leben.

Denn wir haben nur dieses eine…!

Denkt mit Eurem Herzen – entdecke das Blaue in Dir

Eure

Alex

 

23 Idee über “Geld und Partnerschaft

  1. Nicoletta-Maria Wolfsbauer sagt:

    Wunderbare Gedanken und ich finde es toll, dass ihr so einen leichten Umgang mit Geld gefunden habt. Ich denke für das Thema Geld und Partnerschaft muss man auch das Wort Partnerschaft an sich analysieren. In Zeiten von LAPs (Lebensabschnittspartnern), in dem eine lebenslange Parnterschaft oder Ehe gar nicht mehr angestrebt wird, ist die Herangehensweise eine völlig andere.

    Mein Mann und ich haben übrigens ein gemeinsames Konto. Die getrennten Konten haben wir mit der Hochzeit schließen lassen.

    Liebe Grüße,
    Nicoletta-Maria

  2. Ina Apple sagt:

    Das Thema Geld und Partnerschaft finde ich auch immer äußerst interessant, da es von verschiedensten Paaren oft so unterschiedlich gehandhabt wird. Deinen bzw. euren Ansatz finde ich sinnvoll und spricht für eine harmonische Beziehung! Alles Gute weiterhin und liebe Grüße, Ina

  3. Andreas Schmied sagt:

    Danke für den absolut lesenswerten Artikel, das Thema Geld und Partnerschaft gehört meiner Meinung nach zusammen! In einer Partnerschaft sollte offen und ehrlich darüber gesprochen werden! Euer Umgang mit Geld ist vorbildlich!

  4. Nadine von tantedine.de sagt:

    Vielen Dank für deinen schönen Beitrag. Ich stimme dir voll zu! Sich über Geld zu streiten ist furchtbar und ich kann auch nicht verstehen, warum sich so viele Paare über Geld streiten. Ich bin auch sehr glücklich, dass ich nie mit meinem Mann über das Geld gestritten habe weil wir beide die gleichen Ansichten haben und neben einem gemeinsamen Konto auch jeder sein eigenes hat. Also wir sind uns nie Rechenschaft schuldig solange alle Rechnungen etc. bezahlt sind 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

  5. Kathrin sagt:

    Ich finde das Thema und deine Gedanken dazu sehr interessant. Als Bankkauffrau habe ich da auch schon einiges erlebt. Bei uns hat jeder sein eigenes Konto, kennt aber die Höhe der Einnahmen und Ausgaben des anderen. Es gibt keine Geheimnisse und bisher – toi toi toi – auch keinen Streit.

  6. Jacqueline sagt:

    Liebe Alexandra

    Einen tollen Bericht!

    Wir haben uns auch viele Gedanken gemacht und machen es auch immer wieder aufs neue, wir haben auch unseren Weg gefunden!

    Hab einen schönen Nachmittag!

    xoxo
    Jacqueline

  7. Kristina sagt:

    Bei uns ist es so, wir haben ein gemeinsames Haushaltskonto und jeder hat dann noch sein eigenes. Auch bei uns bin ich die Finanzministerin, kümmere mich um Rechnungen und Einkäufe. Und mein Mann kam noch nie auf die Idee zu fragen, was ich so monatlich für Lebensmittel ausgebe. Größere Anschaffungen werden besprochen und Vor- und Nachteile abgewogen.

    Das Thema Geld sollte in einer festen Beziehung kein Tabu sein, schon gar nicht in einer Ehe. Nur bei der Anschaffung der Geschenke, das sollte immer noch ein Geheimnis bleiben 😉

    LG
    Kristina

  8. WasserMilchHonig sagt:

    Ich stimme dir voll und ganz zu. Mein Mann und ich haben auch getrennte Konten, aber das Geld ist nie ein Thema zwischen uns – also nie ein negatives Thema. Wir beide verdienen und Anschaffungen werden einmal von dem und einmal von dem gezahlt……ist eine reine Vertrauensbasis und keiner fühlt sich ungerecht behandelt, weil er um ein paar Cent mehr zahlen musste oder nicht

  9. amely rose sagt:

    Seitdem ich mit meinem Partner zusammen wohne merke ich auch,
    wie wichtig dieses Thema ist bzw wie viel Raum es Letzten Endes doch nimmt.
    Wobei es da ja kein richtig oder falsch gibt und genau das finde ich interessant, dass man es so unterschiedlich angehen kann.
    Euren Ansatz finde ich aberwirklich gut und inspirierend.

    schau gerne auf meinem BLOG vorbei und auf INSTAGRAM

  10. Pingback: Geld und Partnerschaft – die Blogparade und ihre Beiträge | KLUNKERCHEN

  11. Jasmin sagt:

    Ich denke zum THema geld und partnerschaft muss jeder seinen eigenen Weg gehen, der für ein Paar und die Personen in dieser Beziehung passen.
    Schöner Artikel!

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